Folgende technische Lösung werden in der Praxis eingesetzt:

 

1. Remote Desktop PC-Fernsteuerung

Über das Internet wird auf einen PC im Homeoffice nur Bildschirm und Tastatur eines PC- Arbeitsplatzes in der Kanzlei übertragen.

  • Es wird keine besonders schnelle Internet-Leitung benötigt, ein übliches Heim-Internet reicht aus.
  • Der fernsteuernde Homeoffice-Fernarbeitsplatz-PC benötigt keine besonderen Installationen und auch keine besondere Computerleistung. Es kann ein beliebiger, auch älterer PC sein.  Es kann auch ein preiswertes thin client Gerät mit Linux Betriebssystem sein oder ein Macintosh PC.
  • Der ferngesteuerte Kanzlei-PC kann ein reales PC-Gerät oder ein virtueller PC sein.

 

Folgende Fallkonstellationen sind zu unterscheiden:

1.A Fernsteuerung eines realen Windows 10 PC Gerätes (PC)

Ein PC kann über das Internet mit verschiedenen Methoden ferngesteuert werden, die sich hinsichtlich des Komforts und der Leistung unterscheiden. RA-MICRO enthält ein solches Direkt-Zugriffssystem mit dem Programm vViewer (Bereich Kanzlei), das RA-MICRO für diese Zwecke selbst entwickelt hat. Es genügt durchschnittlichen Leistungsanforderungen, ist absichtlich sehr schlank und einfach gestaltet. Die Bedienung ist ähnlich dem bekannten Programm Teamviewer. Das Programm Teamviewer kann ebenfalls für solche Zwecke genutzt werden, dieses ist aber mit erheblichen laufenden Lizenzkosten verbunden. Ein weiteres dafür gebräuchliches Programm ist die Webversion von Google Remote Desktop. Diese Programme haben den Vorteil, dass Änderungen des Routers der Kanzlei nicht nötig sind und kein VPN nötig ist. Nutzt man hingegen die Microsoft RDP Clients für den Fernzugriff, ist ein VPN mit erheblich aufwändigerer Einrichtung und Administration nötig.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass das ferngesteuerte reale PC-Gerät in der Kanzlei laufend von einer Person auf Funktionsfähigkeit überwacht werden muss. Wenn es z. B. nach Updates nicht hochfährt, oder abstürzt etc. funktioniert auch der Fernzugriff nicht. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten des Gerätes, insb. Strom. Daher hat sich diese Methode in der Praxis nicht durchgesetzt.

Empfehlenswert ist diese Methode aber für den Sonderfall, dass in der Kanzlei ein Windows-Gerät als stand alone File Server vorhanden ist. Dann kann dort ein RA-MICRO Arbeitsplatz gestartet und als Fernarbeitsplatz genutzt werden.

 

1.B Fernsteuerung eines virtuellen Windows 10 Gerätes (vPC)

Mit dem Windows Feature „Hyper V“ werden auf einem realen Windows 10 PC-Gerät – je nach Leistungsfähigkeit – ein oder mehrere Windows 10 PCs virtualisiert. So kann ein realer PC von mehreren Personen genutzt werden, ein AP real in der Kanzlei und weitere APs im Homeoffice. RA-MICRO stellt zum Download einen komplett vorkonfigurierten virtuellen PC zur Verfügung, im RA-MICRO vSystem „vPC“ genannt. Erforderlich für die Virtualisierung ist ein schneller SSD-Speicher. Hat der PC keinen oder nicht genügend Speicherplatz, kann der vPC auf einem Sansdisk 3.1 USB flash drive betrieben werden.

Die (einfache) administrative Betreuung der Zugriffsverfügbarkeit der virtuellen vPCs erfolgt durch den Benutzer des realen PC-Gerätes, man nennt eine solche Methode second level administration.

 

1.C Fernsteuerung virtueller Desktops auf einem Windows Server Gerät mit Remote Desktop Services

Diese Methode ist unter dem Begriff „Terminal Server“ bekannt und die am meisten verbreitete Methode für das Homeoffice.  Sie erfordert ein nach der Anzahl der Benutzer bemessenes leistungsfähiges Servergerät, das sowohl in der Kanzlei als auch im Rechenzentrum betrieben werden kann. RA-MICRO stellt für diese Anwendung Produkte des RA-MICRO vSystems zur Verfügung: Download des virtuellen vServers und die vCloud Lösung, mehr dazu auf der RA-MICRO Website. Erforderlich sind je virtuellem Desktop-Benutzer oder Gerät Microsoft Remote-Access-Lizenzen. Der Fernzugriff erfolgt mit Microsoft RDP Clients, eine VPN-Absicherung der RDP Clients ist zwingend erforderlich.

 

Microsoft Lizenzbedingungen:

Die Remote Desktop-Lösung für die Fernsteuerung von Windows 10 PCs funktioniert mit der gewöhnlichen Microsoft Pro Windows 10 Version auf dem ferngesteuerten realen oder virtuellen PC. Allerdings fordern die Microsoft-Lizenzbedingungen eine solche Nutzung nur mit der Windows 10 Enterprise Lizenz, die monatlich in der Größenordnung von 15-20 Euro kostenpflichtig ist, dazu informieren die RA-MICRO Vor-Ort-Partner.  Die Remote Desktop Nutzung eines Windows Servers ist nur mit der Microsoft Remote Desktop Services Lizenz zulässig. Remote Desktop Nutzung ist hinsichtlich Microsoft Office grundsätzlich nur mit Office 365 Pro Plus oder E3 Lizenz oder speziellen weiteren Microsoft Lizenzierungsplänen (z. B. diversen Volumenlizenzen mit SA-Verträgen) zulässig.

 

2. VPN (Virtual Private Network) Fernarbeitsplatz

Das Kanzleinetzwerk wird über das Internet erweitert. Der PC-Arbeitsplatz der Kanzlei wird in das Homeoffice verschoben. Das VPN wird durch einen Fachmann eingerichtet, eine laufende administrative Betreuung der VPN-Software sollte sichergestellt sein.

Nachteil ist die Abhängigkeit der Performance und damit der Produktivität von der Internet-Geschwindigkeit und -Stabilität. In der Regel ist das übliche Internet zu langsam für eine normale Arbeitsplatznutzung. Die VPN-Lösung ist nur für sehr sporadische Informationszugriffe die optimale Lösung, sofern keine (teure) Business-Internetleitung gemietet wird, deren Geschwindigkeit an die Leistung eines Kanzleinetzwerkes heranreicht.