Seit dem 01. Januar 2018 haben nicht nur alle Gerichte den Elektronischen Rechtsverkehr (ERV) flächendeckend eröffnet, auch die Kommunikation mit Behörden und Gerichtsvollziehern ist auf elektronischem Weg möglich. Die Kommunikation zwischen Rechtsanwälten und Gerichtsvollziehern per beA ist in den Bundesländern allerdings bislang nicht einheitlich geregelt.

So hat sich ein Teil der Länder wie z. B. NRW und Bayern bei der Einführung des ERV dafür entschieden, für jeden Gerichtsvollzieher ein zweites Postfach einzurichten. Darauf kann der Gerichtsvollzieher jedoch nicht selbst zugreifen, da dieses bei der Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle angelegt ist. Dort wird die elektronische Post in ausgedruckter Form an die einzelnen Gerichtsvollzieher verteilt. Das kann jedoch zu erheblichen Zeitverzögerungen führen und widerspricht so dem Ziel der Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs. In Niedersachsen sind die Gerichtsvollzieher hingegen direkt über ihr EGVP-Postfach erreichbar, was für Insolvenzverwalter und Rechtsanwälte gleichermaßen erkennbar ist.

Die verschiedenen Wege, welche die Bundesländer bei der Einführung des ERV eingeschlagen haben, können zu Verwirrungen bei den Anwendern führen. Bislang fehlt eine Übersicht über die verschiedenen Modelle und es ist nicht klar, wann man den Gerichtsvollzieher direkt und in welchen Fällen nur über die Verteilerstelle kontaktieren kann.

Allen Kunden, die sich darüber Klarheit verschaffen wollen, stellt RA-MICRO eine Übersicht zum Download bereit.