RA-MICRO vCloud Entry, die Einsteigerlösung für alle im Cloud-Bereich, ist ab sofort auch zu den Kanzleigründer-Konditionen erhältlich. Damit entfallen für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, deren Erstzulassung nicht länger als 2 Jahre zurückliegt, im ersten Vertragsjahr die kompletten Entgelte für RA-MICRO Lizenzen, DictaNet Lizenzen, Rechenzentrumskosten, Microsoft-Lizenzen des vCloud Pakets sowie für die Basisadministration. Im zweiten Vertragsjahr fallen diese zur Hälfte und erst ab dem dritten Vertragsjahr voll an. Sofern ein Platz für einen Mitarbeitenden benötigt wird, kann dieser jederzeit zu den gleichen Konditionen mit einsteigen. vCloud Entry Arbeitsplätze sind aktuell ab 148 € netto monatlich erhältlich.

Mehr Informationen erhalten Sie bei unseren Vor-Ort-Partnern sowie Landesrepräsentanzen und natürlich gerne auch telefonisch unter 030 435 98 801.

vOffice hat die Virtualisierung der personellen Zusammenarbeits-Struktur des Büros zum Gegenstand und damit die Ablösung des herkömmlichen arbeitsteiligen persönlichen Zusammenwirkens der Mitarbeiter in Büroräumen. RA-MICRO.vOffice ermöglicht den Mitarbeitern, ortsunabhängig arbeitsteilig Büroarbeiten auszuführen sowie die Büro-interne Kommunikation der Mitarbeiter und Büro-externe Kommunikation mit Dritten auf der Grundlage des visualisierten Organigramms. Das Konzept des vOffice Virtuellen Büros und die vOffice Software wurde durch die RA-MICRO Unternehmensgruppe unter Leitung von Programmarchitekt Rechtsanwalt Dr. Peter Becker für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) entwickelt, die wie Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater besonders hohe Geheimhaltungsanforderungen haben.

vOffice bietet serverlose Kommunikation mit sicherem Ende zu Ende verschlüsselten Peer-to-Peer-Datenaustausch: direkt zwischen den Endgeräten (PC, Smartphone, Tablet). Das vOffice Virtuelle Büro ist eine getrennte, selbständige „Dateninsel“.

Kernelement des Virtuellen Büros ist das Ersetzen der persönlichen realen Büro-Kommunikationen durch Videokommunikation. Der mit visuellem Kontakt der Gesprächspartner einhergehende nonverbale Kommunikationskanal ist entscheidend für die Qualität, Intensität, Wirksamkeit und Produktivität der Bürokommunikation. Telefonate können das nicht leisten. Herkömmliche Video-Kommunikationssysteme sind serverbasiert und begegnen damit in sicherheitskritischen Umgebungen Sicherheitsbedenken, zumal die großen gängigen Videoplattformen vom Ausland aus betrieben werden.

vOffice Leistungsmerkmale sind Bildschirmfreigaben während der Video-Kommunikation, Benutzer-Aufgabenverwaltung, Info-Boards („Schwarzes Brett“), benutzereigene Gruppen, die diesem u. a. eine Video-Sammeleinladung durch Organigramm in bis zu drei Hierarchie-Stufen ermöglichen: Bereiche, Abteilungen, Teams mit Zuordnung von Leitungs-Rechten. Das Organigramm kann per Excel lokal erstellt und dann hochgeladen werden und online vom vOffice-Verwalter gepflegt werden. So ist die aktuelle Organisation für alle Benutzer in der laufenden Arbeit stets visuell präsent, alle Mitarbeiter sehen sich als Bestandteil des Ganzen. Dies bietet die Grundlage für die besonders bei kleineren Unternehmen für die Produktivität wichtige Selbstorganisation der Mitarbeiter. Der häufig oder ausschließlich bei Homeoffice-Arbeit eintretende produktivitätsmindernden „Vereinzelung“ wird wirksam entgegengewirkt. Für alle Angehörigen des Virtuellen Büros sind die Leitungs- und Organisationstrukturen des Unternehmens durch ihre Visualisierung stets transparent und damit wirksam.

Die RA-MICRO Vertriebs GmbH vertreibt vOffice primär an deutsche Anwälte, Notare und Steuerberater sowie an verwandte Berufsgruppen. Die vOffice Mietlizenz enthält Beratung, Fern-Einrichtungsunterstützung und Hotline Support durch einen wählbaren RA-MICRO Händler als vOffice Supportpartner. Bis zu 500 Benutzer (Mitarbeiter, Geschäftspartner, Projektteams u. a.) können in einem vOffice zusammenarbeiten. Videokonferenzen sind bis zu fünf Teilnehmern möglich. Bei bis zu fünf vOffice Benutzern ist der Betrieb des vOffice kostenlos, aber dennoch mit voller Beratungs- und Support-Anwenderunterstützung der RA-MICRO Vertriebs GmbH ausgestattet.

vOffice ist eine Internet-Browser basierte Lösung, die keinen lokal zu installierenden Client und auch keine App auf Mobilgeräten benötigt. vOffice kann ab Mai 2020 mit dem Internet-Browser von der Seite www.ra-micro.de/voffice aus im Browser installiert und eingerichtet werden. Alle Nutzer im vOffice sollten den gleichen Internet-Browser für vOffice benutzen, empfohlen wird Google Chrome. Grundsätzlich können alle Endgeräte mit einem modernen Internet-Browser genutzt werden: PCs, Laptops, Tablets, Smartphones. Die vOffice Büros wählen bei der Einrichtung ihren einzigartigen vOffice-Namen, z. B. Kanzlei-Muster. Dieser wird dann der Domain voffice.pro vorangestellt.

Autor: RA Dr. Peter Becker

Folgende technische Lösungen werden in der Praxis eingesetzt:

 

1. Remote Desktop PC-Fernsteuerung

Über das Internet wird auf einen PC im Homeoffice nur Bildschirm und Tastatur eines PC- Arbeitsplatzes in der Kanzlei übertragen.

  • Es wird keine besonders schnelle Internet-Leitung benötigt, ein übliches Heim-Internet reicht aus.
  • Der fernsteuernde Homeoffice-Fernarbeitsplatz-PC benötigt keine besonderen Installationen und auch keine besondere Computerleistung. Es kann ein beliebiger, auch älterer PC sein.  Es kann auch ein preiswertes thin client Gerät mit Linux Betriebssystem sein oder ein Macintosh PC.
  • Der ferngesteuerte Kanzlei-PC kann ein reales PC-Gerät oder ein virtueller PC sein.

 

Folgende Fallkonstellationen sind zu unterscheiden:

1.A Fernsteuerung eines realen Windows 10 PC Gerätes (PC)

Ein PC kann über das Internet mit verschiedenen Methoden ferngesteuert werden, die sich hinsichtlich des Komforts und der Leistung unterscheiden. RA-MICRO enthält ein solches Direkt-Zugriffssystem mit dem Programm vViewer (Bereich Kanzlei), das RA-MICRO für diese Zwecke selbst entwickelt hat. Es genügt durchschnittlichen Leistungsanforderungen, ist absichtlich sehr schlank und einfach gestaltet. Die Bedienung ist ähnlich dem bekannten Programm Teamviewer. Das Programm Teamviewer kann ebenfalls für solche Zwecke genutzt werden, dieses ist aber mit erheblichen laufenden Lizenzkosten verbunden. Ein weiteres dafür gebräuchliches Programm ist die Webversion von Google Remote Desktop. Diese Programme haben den Vorteil, dass Änderungen des Routers der Kanzlei nicht nötig sind und kein VPN nötig ist. Nutzt man hingegen die Microsoft RDP Clients für den Fernzugriff, ist ein VPN mit erheblich aufwändigerer Einrichtung und Administration nötig.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass das ferngesteuerte reale PC-Gerät in der Kanzlei laufend von einer Person auf Funktionsfähigkeit überwacht werden muss. Wenn es z. B. nach Updates nicht hochfährt, oder abstürzt etc. funktioniert auch der Fernzugriff nicht. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten des Gerätes, insb. Strom. Daher hat sich diese Methode in der Praxis nicht durchgesetzt.

Empfehlenswert ist diese Methode aber für den Sonderfall, dass in der Kanzlei ein Windows-Gerät als stand alone File Server vorhanden ist. Dann kann dort ein RA-MICRO Arbeitsplatz gestartet und als Fernarbeitsplatz genutzt werden.

 

1.B Fernsteuerung eines virtuellen Windows 10 Gerätes (vPC)

Mit dem Windows Feature „Hyper V“ werden auf einem realen Windows 10 PC-Gerät – je nach Leistungsfähigkeit – ein oder mehrere Windows 10 PCs virtualisiert. So kann ein realer PC von mehreren Personen genutzt werden, ein AP real in der Kanzlei und weitere APs im Homeoffice. RA-MICRO stellt zum Download einen komplett vorkonfigurierten virtuellen PC zur Verfügung, im RA-MICRO vSystem „vPC“ genannt. Erforderlich für die Virtualisierung ist ein schneller SSD-Speicher. Hat der PC keinen oder nicht genügend Speicherplatz, kann der vPC auf einem Sandisk 3.1 USB flash drive betrieben werden.

Die (einfache) administrative Betreuung der Zugriffsverfügbarkeit der virtuellen vPCs erfolgt durch den Benutzer des realen PC-Gerätes, man nennt eine solche Methode second level administration.

 

1.C Fernsteuerung virtueller Desktops auf einem Windows Server Gerät mit Remote Desktop Services

Diese Methode ist unter dem Begriff „Terminal Server“ bekannt und die am meisten verbreitete Methode für das Homeoffice.  Sie erfordert ein nach der Anzahl der Benutzer bemessenes leistungsfähiges Servergerät, das sowohl in der Kanzlei als auch im Rechenzentrum betrieben werden kann. RA-MICRO stellt für diese Anwendung Produkte des RA-MICRO vSystems zur Verfügung: Download des virtuellen vServers und die vCloud Lösung, mehr dazu auf der RA-MICRO Website. Erforderlich sind je virtuellem Desktop-Benutzer oder Gerät Microsoft Remote-Access-Lizenzen. Der Fernzugriff erfolgt mit Microsoft RDP Clients, eine VPN-Absicherung der RDP Clients ist zwingend erforderlich.

 

Kontakt aufnehmen für weitere Informationen:

Jetzt anrufen:
030 / 43598 801
Kontaktformular
ausfüllen

 

Microsoft Lizenzbedingungen:

Die Remote Desktop-Lösung für die Fernsteuerung von Windows 10 PCs funktioniert mit der gewöhnlichen Microsoft Pro Windows 10 Version auf dem ferngesteuerten realen oder virtuellen PC. Allerdings fordern die Microsoft-Lizenzbedingungen eine solche Nutzung nur mit der Windows 10 Enterprise Lizenz, die monatlich in der Größenordnung von 15-20 Euro kostenpflichtig ist, dazu informieren die RA-MICRO Vor-Ort-Partner.  Die Remote Desktop Nutzung eines Windows Servers ist nur mit der Microsoft Remote Desktop Services Lizenz zulässig. Remote Desktop Nutzung ist hinsichtlich Microsoft Office grundsätzlich nur mit Office 365 Pro Plus oder E3 Lizenz oder speziellen weiteren Microsoft Lizenzierungsplänen (z. B. diversen Volumenlizenzen mit SA-Verträgen) zulässig.

 

2. VPN (Virtual Private Network) Fernarbeitsplatz

Das Kanzleinetzwerk wird über das Internet erweitert. Der PC-Arbeitsplatz der Kanzlei wird in das Homeoffice verschoben. Das VPN wird durch einen Fachmann eingerichtet, eine laufende administrative Betreuung der VPN-Software sollte sichergestellt sein.

Nachteil ist die Abhängigkeit der Performance und damit der Produktivität von der Internet-Geschwindigkeit und -Stabilität. In der Regel ist das übliche Internet zu langsam für eine normale Arbeitsplatznutzung. Die VPN-Lösung ist nur für sehr sporadische Informationszugriffe die optimale Lösung, sofern keine (teure) Business-Internetleitung gemietet wird, deren Geschwindigkeit an die Leistung eines Kanzleinetzwerkes heranreicht.

 

Kontakt aufnehmen für weitere Informationen:

Jetzt anrufen:
030 / 43598 801
Kontaktformular
ausfüllen

Ein ortsunabhängiger Zugriff auf den Datenbestand in der Kanzlei ist leicht möglich, wenn alle Abläufe digitalisiert sind. So lässt sich zum Beispiel im Homeoffice komfortabel auf Akten, Vorgänge und Datenbestände zugreifen. Mit den Erweiterungen des RA-MICRO vSystems lässt sich der komplette Kanzleibetrieb mit mehreren Mitarbeitern auch ohne deren Anwesenheit fortführen.

Das RA-MICRO vSystem zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die darin vorbereiteten Fernarbeitsplätze entweder im Rechenzentrum oder auch in der Kanzlei betrieben werden können. Von wo und mit welchen Geräten sie durch die einzelnen Anwender genutzt werden, ist dabei grundsätzlich egal.

Weitere Informationen zum RA-MICRO vSystem erhalten Sie hier oder per Telefon unter 030 435 98 801.

Der Gesetzgeber hat mit Wirkung zum 1. Januar 2020 klargestellt, dass bei der Übermittlung per beA nur der (vorbereitende) Schriftsatz, nicht dessen Anlagen, zu signieren ist. Der maßgebliche § 130a Abs. 3 ZPO wurde um einen Satz bereichert: „Satz 1 gilt nicht für Anlagen, die vorbereitenden Schriftsätzen beigefügt sind.“ Zudem wurde der § 130a Abs. 1 dahingehend richtiggestellt, dass nicht zwingend alle Dokumente zu einer Datei zusammengefasst werden müssen.

Die Gesetzesbegründung fasst die bisherige Praxis und den Hintergrund der Änderung wie folgt zusammen:

„Es soll klargestellt werden, dass Schriftsätze und Anlagen als separate Dokumente übermittelt werden können (Absatz 1). Außerdem wird ausdrücklich geregelt, dass Anlagen, wenn sie dem Schriftsatz als separate Dokumente angefügt und mit ihm zusammen übersendet werden, nicht einzeln signiert werden müssen (Absatz 3 Satz 2 – neu). Dies war nach den bestehenden Regelungen unklar und hat in der Praxis dazu geführt, dass Rechtsanwälte oftmals den Schriftsatz gemeinsam mit den Anlagen in einem Dokument übersandt haben. In diesem Fall mussten die Anlagen dann beim Gericht aufwändig abgetrennt werden, um sie einzeln elektronisch erfassen zu können.“

(BT-Drucks. 19/15167, S. 30)

Die Klarstellung gilt für alle sicheren Übertragungswege (§ 130a Abs. 4 ZPO) und wurde für alle Verfahrensordnungen nachgezogen (§ 55a Abs. 1 und Abs. 3 S. 2 VwGO, §65a Abs. 1 und Abs. 3 S.2 SGG, § 52a Abs. 1 und Abs. 3 S. 2 FGO, § 46c Abs. 1 und Abs. 3 S. 2 ArbGG).

Die Gesetzesänderung geht einher mit der Abschaffung der Containersignatur (§ 4 Abs. 2 ERVV) und entspricht der Bedeutung des § 130a ZPO, den Authentizitäts- und Integritätsnachweis sicherzustellen (vgl. BT-Drucks. 18/12203, S. 78 f.), während die Anlagen der richterlichen Würdigung unterliegen.

In RA-MICRO ist die Signatur lediglich des Schriftsatzes als Standard-Option im Postausgang vorgesehen.

Die Option, zusätzlich die Anlagen zu signieren, ermöglicht Konstellationen zu erfassen, in denen ausnahmsweise doch auch Anlagen signiert werden, weil z.B. das Schriftformerfordernis und dessen Ersatz durch eine qualifizierte elektronische Signatur dies ermöglichen. Kündigungen im Mietrecht können mit Vollmacht und qeS wirksam ausgesprochen werden (§§ 568 i.V.m. 126 BGB), Kündigungen im Arbeitsrecht z.B. nicht (§ 623 ArbGG).

Gastbeitrag von RA Hagen Vietz, der als Rechtsanwalt zusammen mit Max Hoge die Geschäftsführung des RA-MICRO Vor-Ort-Partners RA-MICRO Hamburg GmbH ausübt.

Auf der diesjährigen Kammerversammlung der RA-Kammer Berlin informierte der Kammerpräsident Dr. Marcus Mollnau über die Tätigkeiten und Aufgaben der RAK Berlin im zurückliegenden Kalenderjahr.

Eine besondere Rolle nahm dabei das Geldwäschegesetz ein, zu dem auch eine Risikoanalyse auf der Website der RA-Kammer veröffentlicht wurde. Der Vorstand der Rechtsanwaltskammer Berlin hat nach dem neuen Geldwäschegesetz (GWG) u. a. eine anlasslose Prüfung der nach diesem Gesetz „Verpflichteten“ gem. § 51 Abs. 3 GWG vorzunehmen. In diesem Zusammenhang wurden bereits einige nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Mitglieder online befragt.

Ein weiteres wichtiges Thema der Kammerversammlung waren die Entwicklungen im Bereich Legal Tech. Auch der BGH hat sich schon einige Male mit der Zulässigkeit von Legal Tech-Anwendungen auseinandersetzen müssen, z. B. in seiner Entscheidung vom 27.11.2019 (Az. VIII ZR 285/18), die der Kammergerichtspräsident allen Mitgliedern zur Lektüre empfahl. Gegenstand war ein Verfahren wegen der Rückforderung zu viel gezahlter Miete aufgrund eines Verstoßes gegen die Berliner Mietpreisbremse. Das Geschäftsmodell wird ähnlich auch von anderen Firmen betrieben, z. B. bei der Entschädigung von Fluggastrechten oder bei Zugverspätungen. Die Entscheidung des BGH ist daher von grundsätzlicher Bedeutung und steht am Anfang einer Reihe noch offener Fragestellungen.

Während der Kammerversammlung gab es zudem einen Fachvortrag von Rechtsanwalt Prof. Härting zum Thema „Der neue § 2 Berufsordnung: Mails, Cloud, Messenger – Was ist eigentlich erlaubt?“ Prof. Härting erläuterte darin, wie eine rechtskonforme elektronische Kommunikation mit Mandanten und Dritten gestaltet werden kann.

Weitere Informationen auch zu den Abstimmungsergebnissen über die gestellten Anträge in der Kammerversammlung finden Sie alsbald auf der Website der RAK Berlin.

Von RA Dr. Peter Becker, Berlin

Die Legal Tech Berlin fand vom 26.–28.02.2020 zum vierten Mal statt. Diese von dem Berliner Legal Tech Pionier Prof. Breidenbach initiierte Veranstaltung hat sich zu einem bedeutenden Treffen der Branche sowie des interessierten Publikums entwickelt. Die Besonderheit liegt in dem interaktiven, kommunikativen Veranstaltungskonzept, das junge Nachwuchs-Entwickler, Startups, Software zu eigenen Zwecken entwickelnde Großkanzleien und etablierte Anbieter zu einem fruchtbaren Austausch zusammenführt – ein Konzept, das einen sehr hohen Wissens- und Erfahrungs-Ertrag für die Teilnehmer gewährleistet.

Der Autor nahm als Referent an der Veranstaltung teil und möchte mit diesem Artikel den derzeitigen Stand von Legal Tech in Deutschland der Fachöffentlichkeit als Orientierungshilfe vermitteln.

Als Legal Technology (Legal Tech, LT) wird die Unterstützung, Automatisierung oder Ersetzung von durch Menschen erbrachten juristischen Leistungen durch EDV bezeichnet. Der Autor schlägt dazu einen kürzenden Sprachgebrauch vor:

Assistenz-LT

Automat-LT

Autonom-LT

 

1. Assistenz-LT

LT-Assistenz-Systeme unterstützen den Juristen bei seiner

  • geistigen juristischen Tätigkeit
  • Büro-Organisation einschließlich seiner Hilfskräfte
  • Kommunikation mit Dritten in der Anbahnung oder in der Durchführung.

Klassiker als LT-Assistenz-System sind die anwaltlichen Kanzlei-EDV-Systeme, juristische Online-Datenbanken und Anwaltssuchdienste. Ein aktueller Schwerpunkt der Entwicklung von Assistenz-Systemen – insb. von Startups – ist der Bereich der digitalen Dokumente hinsichtlich Erstellung, inhaltlicher Analyse und Auswertung. Da allgemeine und individuelle Juristen-Erfahrung zunehmend in einer großen, beständig ansteigenden Anzahl von digitalen Dokumenten gespeichert ist, liegt es nahe, die Beschränktheit des menschlichen Gehirns in Erinnerung, Suche nach Ähnlichkeiten und Mustern sowie hinsichtlich zusammenschauender Auswertung von Dokumenten durch EDV zu ergänzen. Hier wird in Zukunft künstliche Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der solche LT-Assistenz-Instrumente nutzende Jurist hat Zeit-/Kosten- und Wettbewerbsvorteile, woraus sich ein Business Case für diese Systeme ableiten lässt und damit Investitionskapital angezogen wird, was diese Entwicklung weiter befeuert.

An neuartigen LT-Assistenz-Tools sind konzeptionell interessant der Arbeitsrechts-Vertragsgenerator des Startups Legal OS sowie das Startup codefy, das juristische Texte inhaltlich analysiert und dazu relevante Rechtsprechung aus Online-Datenbanken ermittelt.

Die klassischen LT-Assistenz-Systeme wie Kanzleiorganisations-Software nehmen zunehmend die Arbeitsleistung des Juristen in den Fokus. Legal Tech Tools werden immer mehr in das Kanzlei-Organisationskonzept eingebunden. Die bislang dem Anwalt persönlich vorbehaltene Entgegennahme und Aufbereitung von Falldaten wird zunehmend durch Softwarelösungen unterstützt und ersetzt, so durch Online-Mandantenkonten mit Online-Mandatserteilung und Online-Dateneingaben der Mandanten direkt in die Kanzlei-EDV-Systeme.

 

2. Automat-LT

Bei der LT-Automatisierung ersetzt der Computer bei typisch wiederkehrenden Einzelschritten der juristischen Dienstleistungen vollständig die geistige und praktische Arbeitsleistung des Juristen. Dieser hat dabei (nur) eine beaufsichtigende – weil die Verantwortung tragende – Funktion.

LT-Automatisierung führt umso mehr zu Arbeitseinsparungen und Kostenvorteilen, je mehr gleichartig gelagerte Fälle als juristische Dienstleistungen zu bearbeiten sind. Hier sind einige Großkanzleien mit eigenen Entwicklungen, auch eigenen Programmierabteilungen, aktiv, insbesondere im Bereich von „Dieselskandal“ sowie von Wertpapier-Sammelklagen. Es ist denkbar, dass dort gewonnene Erkenntnisse und Lösungen zu Produkten führen, die auch Kanzleien mit kleineren Fallzahlen anwenden könnten.

Einen neuartigen Ansatz hierzu hat RA-MICRO in der Entwicklung, in dem im Online‑Mandantenkonto der Anwaltskanzlei dem Mandanten von der Kanzlei für typische Fallgestaltungen generierte Daten-Erfassungsmasken zur Verfügung gestellt werden, die bei Auftragserteilung und während des laufenden Mandats vom Mandanten online mit Daten befüllt werden. Diese Daten werden automatisch in das RA-MICRO Textbaustein-Variablensystem übernommen, sodass der (fehlerträchtige) Arbeitsschritt der Übertragung der Daten (z. B. Kfz-Daten, Grundbuch-/Katasterbezeichnungen u. a.) in das Kanzlei-EDV-System entfällt. Dies ermöglicht in Standard-Konstellationen wie Räumungsklagen und Mahnverfahren automatisiert ablaufende Verfahrensabschnitte der anwaltlichen Dienstleistung.

 

3. Autonom-LT

Die autonome Legal Tech will den Juristen vollständig durch den Computer ersetzen. Experimentell hat das KI-System IBM Watson erste Ergebnisse gezeigt, die aber weit von praktischer Nutzbarkeit entfernt sind. Derzeit ist die Idee eines „Computer-Juristen“ Science-Fiction und es ist auf dem heutigen Stand der Technik nicht abzusehen, ob und wie eine solche Zukunft jemals Realität werden könnte.

Als Consumer Legal Services haben sich allerdings einige Systeme etabliert, die massenhaft auftretende, einfach gelagerte Sachverhalte mit juristischen Dienstleistungen automatisiert bearbeiten (ohne mit dem Rechtsdienstleistungsgesetz zu kollidieren) wie „Flugrecht“, „Flightright“ „Geblitzt“, „Wenigermiete“, „Aboalarm“, „myright“.

Im Fall des Vertragsgenerators Smartlaw ist ein Verstoß gegen das RDG vom LG Köln erkannt worden. Das ist deshalb richtig, weil nach dem heutigen Stand der Technik eine intellektuell juristische geistige Leistung durch einen Computer – wie dies die Gestaltung eines Vertrages unzweifelhaft erfordert – unmöglich ist.

„Ein Rechtsanwalt ist als Inhaber eines besonderen elektronischen Anwaltspostfaches nicht nur verpflichtet, die technischen Einrichtungen zum Empfang von Zustellungen und Mitteilungen über das beA lediglich vorzuhalten, vielmehr ist der Rechtsanwalt zugleich verpflichtet, sich die Kenntnisse zur Nutzung dieser technischen Einrichtungen anzueignen“ (LAG Schleswig-Holstein, Beschl. v. 19.09.2019, Az. 5 Ta 94/19

Der Beschluss des LAG Schleswig-Holstein und auch die seit Januar 2020 für die Arbeitsgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein verpflichtende aktive Nutzung zeigen: Es ist für Anwälte essenziell, sich mit der elektronischen Arbeitsweise im Kanzleialltag zu befassen.

RA-MICRO unterstützt Anwälte beim Erwerb des notwendigen Know-hows u. a. mit den kostenlosen Anwendertreffen. Unter dem Motto „Digitale Anwaltskanzlei“ informieren erfahrene Referentinnen und Referenten praxisnah über die in RA‑MICRO enthaltenen Möglichkeiten zur digitalen Arbeit. Neben Tipps zur Nutzung des beA umfassen die Veranstaltungen ein breites Themenspektrum von der elektronischen 24/7 Online Mandatsaufnahme über die einzelnen Schritte der Aktenbearbeitung im RA-MICRO E-Workflow bis hin zum Empfang und Versand digitaler Dokumente. Zusätzlich wird die Integration von Spracherkennung mit dem selbstschreibenden DictaNet Office Player vorgestellt.

Eine Übersicht der RA-MICRO Anwendertreffen in Ihrer Region finden Sie hier.

Mit der Einbindung des besonderen elektronischen Notarpostfachs (beN) bietet RA‑MICRO auch für Notare eine Möglichkeit, aktiv und komfortabel am elektronischen Rechtsverkehr teilzunehmen. Damit ist RA-MICRO – neben dem Produkt der BNotK – derzeit der einzige Anbieter, der eine solche Funktion integriert.

Seit diesem Jahr können über das E‑Notarpostfach Nachrichten eines aktivierten beN abgerufen und versendet werden. Dies geschieht unter Verwendung der Schnittstelle der Bundesnotarkammer (BNotK).

Voraussetzung für den Versand und den Abruf von Nachrichten ist das Vorhandensein einer Registerbox, eines Postfachzertifikats sowie die Aktivierung des persönlichen besonderen elektronischen Notarpostfachs über die von der BNotK hierfür bereitgestellte Software XNP. Weitere Informationen sind dem Aktuellen Hinweis zu entnehmen.

Kurz vor Ablauf der Umsetzungsfrist für die Neuerungen aus der europäischen Geldwäscherichtlinie wurde das Geldwäschegesetzes (GwG) weiter an die europarechtlichen Vorgaben angepasst. So hat sich zum 1. Januar 2020 der Anwendungsbereich erweitert. Die Änderungen betreffen u. a. „Rechtsanwälte, Kammerrechtsbeistände, Patentanwälte sowie Notare, soweit sie (…) den Mandanten im Hinblick auf dessen Kapitalstruktur (…) beraten“. Speziell diese Regelung könnte mitunter sehr weit verstanden werden. Die Gesetzesmaterialien deuten aber auf kapitalrelevante Beratungen von Unternehmen hin. Die Rechtsanwaltskammern informieren teilweise sehr detailliert über die Änderungen, zum Beispiel die RAK München und die RAK Sachsen.

Die RA-MICRO Aktenvorblätter eignen sich in diesem Zusammenhang sehr gut, um die Geldwäscheverdachtsprüfung standardmäßig einzupflegen. Mit einem entsprechenden Formular kann die Geldwäscheverdachtsprüfung insbesondere bei Verneinung aller Fragen einfach zur E-Akte dokumentiert werden. Auch in allen anderen Fällen ist eine zügige gesetzeskonforme Dokumentation möglich. Bei Fragen hierzu hilft Ihnen auch gerne Ihr Vor-Ort-Partner weiter.

Gastbeitrag von RA Alexander Zieschang, RA-MICRO Vor-Ort-Partner in Dresden.