In vielen Bundesländern hat die Ferienzeit begonnen. Dabei stellt sich im Zusammenhang mit der Organisation und Vorbereitung des Jahresurlaubes für viele Kolleginnen und Kollegen auch die Frage: Wer übernimmt während des Urlaubes die Überwachung des elektronischen Posteingangs im beA?

Grundsätzlich gilt für die passive Nutzungspflicht des beA während des Urlaubs das Gleiche wie auch in der analogen Welt: Nach § 53 BRAO hat der Rechtsanwalt bei einer Urlaubsabwesenheit von länger als einer Woche für eine Vertretung zu sorgen. Eine Anzeige über die Vertreterbestellung gegenüber der zuständigen Rechtsanwaltskammer gemäß § 53 Abs. 6 BRAO dürfte in vielen Fällen jedoch nicht ausreichend sein, denn die Bundesrechtsanwaltskammer räumt nach § 25 Abs. 3 RAVPV dem Vertreter für die Dauer seiner Bestellung nur einen beschränkten Zugang zum beA des urlaubsabwesenden Kollegen ein.

Gemäß § 25 Abs. 3 S. 2 RAVPV ist für den Urlaubsvertreter lediglich der Absender und der Eingangszeitpunkt einer Nachricht einsehbar, nicht jedoch der Betreff, der eigentliche Nachrichtentext sowie die Anhänge der Nachricht selbst.

Damit der Vertreter in der Lage ist, Nachrichten zu öffnen und Anhänge zur Kenntnis zu nehmen, um im Bedarfsfall seine Rolle als Urlaubsvertreter auch umfassend wahrnehmen zu können, muss ihm der abwesende Kollege zuvor entsprechende Rechte in der Benutzerverwaltung des beA-Webzugangs einräumen.

Wie dabei vorzugehen ist, erläutert der beA-Newsletter der BRAK vom 02.07.2020.

Wenn Sie bereits mit der beA-Schnittstelle von RA-MICRO arbeiten, ist darauf zu achten, dass für den urlaubsabwesenden Kollegen innerhalb der gleichen Kanzlei das beA-Postfach auch im RA-MICRO E-Posteingang eingerichtet und mit dem entsprechenden Zugriffsrecht ausgestattet ist. Alternativ können die beA-Eingänge vom zugangsberechtigten Sekretariat abgerufen und zur weiteren Bearbeitung an das beA-Postfach des Vertreters weitergeleitet werden. So ist es möglich, eEBs auch während der Abwesenheit des Kollegen über die RA-MICRO beA-Schnittstelle der BRAK zu bearbeiten sowie Anträge auf Schriftsatzverlängerung etc. zu stellen.

Weitere Informationen zur Nutzung der beA-Integration in RA-MICRO finden Sie in der RA-MICRO Online-Hilfe.